1. Rotkäppchen - mal anders

"Im Kinderanfall unserer Stadt ist eine hierorts wohnhafte, noch nicht beschulte Minderjährige aktenkundig, welche durch ihre unübliche Kopfbedeckung gewohnheitsrechtlich Rotkäppchen genannt zu werden pflegt.
Der Mutter besagter R. wurde seitens deren Mutter ein Schreiben zugestellt, in welchem dieselbe Mitteilung ihrer Krankheit und Pflegebedürftigkeit macht, worauf die Mutter der R. dieser die Auflage machte, der Großmutter eine Sendung von Genuß- und Nahrungsmitteln zuzustellen. Vor Inmarschsetzung wurde die R. seitens ihrer Mutter über das Verbot betreffs Verlassens der Waldwege auf Kreisebene belehrt.
Dieselbe machte sich infolge Nichtbeachtung dieser Vorschrift straffällig und begegnete beim Übertreten des diesbezüglichen Blumenpflückverbotes einem polizeilich nicht gemeldeten Wolf ohne festen Wohnsitz. Dieser verlangte in unberechtigter Amtsanmaßung Einsichtnahme in den zu Transportzwecken von Konsumgütern dienenden Korb und traf in Tötungsabsicht die Feststellung, dass die R. zu ihrer im Wald angemieteten, verschwägerten oder verwandten Großmutter eilends war. Da wolfseits Verknappung auf dem Ernährungssektor vorherrschend war, beschloß derselbe, bei der Großmutter der R. unter Vorlage falscher Papiere vorstellig zu werden. Weil dieselbe infolge Augenleidens krankgeschrieben war, gelang dem in Freßvorbereitung befindlichen Wolf die diesfallsige Tötungsabsicht, worauf er unter Verschlingung der Bettlägerigen einen strafbaren Mundraub ausführte. Ferner täuschte er der später eintreffenden R. seine Identität mit der Großmutter vor, stellte derselben nach und unter Zweitverschlingung der R. seine Tötungsabsicht erneut unter Beweis. Der sich auf dem Dienstweg befindliche Förster B. vernahm verdächtige Schnarchgeräusche und stellte deren Urheberschaft seitens des Wolfsmauls fest. Er reichte bei der vorgesetzten Dienststelle ein Tötungsgesuch ein, das dortseits zuschlägig beschieden wurde. Nach Beschaffung eines Gewehres zu Jagdzwecken gab er in wahrgenommener Einflußnahme einen Schuß in Richtung auf den Wolf ab. Dieser wurde nach Empfang der Kugel ablebig. Die Inaugenscheinnahme des Getöteten weckte in dem Schußgeber die Vermutung, wonach der Leichnam Personen beinhalte. Zwecks diesbezüglicher Feststellung öffnete er unter Zuhilfenahme eines Messers den Kadaver zur Einsichtnahme und stieß hierbei auf die noch lebende R. nebst Großmutter.
Der Vorfall wurde von den Brüdern Grimm zu Protokoll genommen und bekinderten Familien in Märchenform zustellig gemacht. "
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